Landespolizeiorchester Oberösterreich


Lyra
Geschichte der Gendarmeriemusik Oberösterreich

 

Bezirksinspektor i. R. Johann Froschauer

Die Entstehung der Gendarmeriemusik Oberösterreich

aus der Sicht von Bezirksinspektor i. R. Johann Froschauer, verfasst im Mai 1994


Ich bin im Juni 1951 in die damalige Gendarmerieschule Linz-Ebelsberg eingerückt. Im Laufe eines Gesprächs erzählte ich dem Zimmerkollegen Franz Pfeil, dass ich Flügelhorn spiele. Er erwiderte, er spiele Ziehharmonika und wir vereinbarten, bei nächster Gelegenheit die Instrumente mitzunehmen.

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Franz Petscher - Gründungskapellmeister


Franz PetscherFranz Petscher war der erste Kapellmeister der Gendarmeriemusik Oberösterreich von September 1951 bis Sommer 1952. Er erinnert sich an den Beginn seiner musikalischen Tätigkeit und erzählt folgendes:


„Am Anfang war es schwierig, Musikinstrumente zu bekommen. Ein Großteil der Musiker hat mit eigenen Instrumenten gespielt. Ich hatte aber auch familiäre Beziehungen zu Sudetendeutschen, die Tschechien verlassen mussten und die gezwungen wurden, ihre Musikinstrumente den Kommunisten abzuliefern. Statt dessen haben sie die Instrumente über die Grenze nach Österreich gebracht.

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Emil Rameis - Kapellmeister ab 1952 - Lehrer am Brucknerkonservatorium, Komponist und begeisterter Militärmusiker

Kpm Emil Rameis in Uniform


Emil Rameis wurde am 28. April 1904 in Pinsdorf im Aurachtal als Sohn eines Fahrdienstleiters geboren, lernte Flöte und hatte keinen sehnlicheren Wunsch, als 1918 als Musikeleve einrücken zu können. Schon als 11 - Jähriger spielte er bei der Stabs- und Bürgerkorpskapelle Vöcklabruck mit. Bedingt durch die Verhältnisse nach dem ersten Weltkrieg, musste Emil Rameis bis 1923 warten, ehe er als Militärmusiker in die Linzer Fabrikskaserne einziehen durfte, wo er in Max Dornberger nicht nur einen bekannten und beliebten Militärkapellmeister, sondern auch einen ausgezeichneten Lehrmeister fand. Dornberger erkannte die Begabung des jungen Flötisten und ließ ihn des Öfteren eine Probe abhalten. Dabei zeigte sich, dass ihm das Dirigieren ebenso im Blut lag, wie die Militärmusik, von der er schon als Bub geträumt hatte. Nach der gestatteten maximalen Dienstzeit von sechs Jahren war der Traum zu Ende und Rameis wurde 1929 Mitglied des Linzer Landestheaterorchesters und wäre es wohl bis zu seiner Pensionierung geblieben, wenn nicht neuerlich der Ruf an den Militärmusiker ergangen wäre. Nur zu gerne nahm Emil Rameis 1952 das Angebot an, Kapellmeister der im wahrsten Sinne des Wortes jungen Gendarmeriemusik zu werden. (Emil Rameis leitete zwar die Gendarmeriemusik schon ab Sommer 1952, wurde aber erst Ende 1954 als Vertragsbediensteter in den Dienststand der Gendarmerie übernommen.)

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Otto Wimmer - Kapellmeister ab 1969 - setzt neue musikalische Maßstäbe

Übergabefeier am 30.12.1969 im Festsaal


Otto Wimmer wurde am 23. April 1933 in Wallern a.d. Trattnach geboren und schon früh musikalisch ausgebildet. Von 1947 bis 1949 besuchte er das Brucknerkonservatorium und studierte die Fächer Orgel und Violine. Nebenbei spielte er schon ab seinem 9. Lebensjahr in seiner Heimatkapelle Trompete, Flügelhorn und Bassflügelhorn. 1953 trat Otto Wimmer in die Sicherheitswache ein und wurde bereits 1960 zum Kapellmeister der Polizeimusik Linz bestellt. Von 1956 an studierte Otto Wimmer am Bruckner-Konservatorium bei Professor Werner Doss als Hauptfach Posaune und legte 1963 die Prüfung über die künstlerische Reife ab. 1968 legte Otto Wimmer die Leitung der Polizeimusik zurück und trat in den Dienst der Bundesgendarmerie ein. Als Ende 1969 Emil Rameis in den Ruhestand trat, wurde Otto Wimmer am 5. Dezember 1969 im Zuge einer Sitzung des Musikausschusses die Leitung der Gendarmeriemusik Oberösterreich übertragen. Ihm zur Seite stand als Musikführer und Stabführer Johann Rachbauer. Er, der bis zu seiner Berufung als Musikführer mit Musik wenig zu tun hatte, erarbeitete sich selbst voller Enthusiasmus das notwendige Wissen und wurde so zum perfekten Stabführer. Aber auch als Moderator bei den Konzerten prägte er wirkungsvoll das Erscheinungsbild der Gendarmeriemusik.

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Franz Mally - Kapellmeister ab 1980 - eine neue Ära beginnt

Verabschiedung von GI Weber in den Ruhestand am 19.12.1984


Franz Mally leitete die Gendarmeriemusik von 1980 bis 1995. Der gebürtige Steirer aus Maria Lankowitz hatte 1973/74 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz den Hochschullehrgang für Blasorchesterleiter erfolgreich abgelegt. Davor war er als zeitverpflichteter Soldat Mitglied der Militärmusik Steiermark und spielte Klarinette. Nach der Aufnahme in den Gendarmeriedienst am 1. März 1974 wurde er bereits in der Ausbildungszeit fallweise als Gendarmeriemusiker eingesetzt und mit Oktober 1975 endgültig als Mitglied der Gendarmeriemusik Steiermark eingeteilt, bis er schließlich, bedingt durch das Freiwerden der Kapellmeisterstelle in Oberösterreich am 1. Jänner 1980 zum Landesgendarmeriekommando für Oberösterreich versetzt und als Kapellmeister eingeteilt wurde.

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Konzertreise der Gendarmeriemusik Oberösterreich nach Rom, Audienz bei Papst Johannes Paul II

von General Ernst Holzinger

Romreise 1998, Konzert im Garten des österreichischen Kulturinstituts


Die Vorgeschichte: Am 9. September 1997 zelebrierte Erzbischof Dr. Alois Wagner, Nuntius des Vatikans bei den Vereinten Nationen, in der Basilika Lorch bei Enns einen Festgottesdienst anlässlich einer Kraftfahrzeugsegnung. Die Gendarmeriemusik Oberösterreich umrahmte diesen Gottesdienst. Erzbischof Wagner war von der musikalischen Qualität der Gendarmeriemusik Oberösterreich so beeindruckt, dass er eine Konzertreise nach Rom vorschlug. Dabei sollte auch eine Messe in jener Kirche gestaltet werden, die ihm zur seelsorglichen Betreuung anvertraut war: die Kirche Santa Maria Trastevere. Sie gilt als eine der ältesten und schönsten Kirchen Roms, der erste Bau stammt aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. Auch eine Audienz beim Papst Johannes Paul II. stellte Erzbischof Wagner in Aussicht.